Die gesetzliche Rente erklärt Deutschland

Wie wird die gesetzliche Rente eigentlich berechnet?

Die Formel ist kurz und öffentlich. Schwer vorherzusagen ist die Rente, weil jede Größe darin woanders definiert ist und sich eine davon jeden Juli ändert.

Kurzantwort

Deine Monatsrente sind deine Entgeltpunkte mal dem aktuellen Rentenwert, angepasst um einen Faktor für einen Beginn vor oder nach deiner Regelaltersgrenze. Davon können Kranken- und Pflegebeiträge sowie Einkommensteuer abgehen. Der Nettobetrag hängt von Rentenart, Versicherungsstatus, Kindern, weiteren Haushaltseinkünften und dem Kalenderjahr ab; einen verlässlichen allgemeinen Nettoprozentsatz gibt es nicht.
RentenbeginnZugangsfaktorVon einer Rente mit 45 Punkten
Mit 63, vier Jahre früher0,85614,4 Prozent weniger
Mit 65, zwei Jahre früher0,9287,2 Prozent weniger
Zur Regelaltersgrenze1,000Der volle Betrag
Mit 70, drei Jahre später1,18018 Prozent mehr

Für eine Rentenart, die einen vorzeitigen Beginn mit Abschlägen zulässt, bei einer Regelaltersgrenze von 67. Die eigene Rentenart nach 45 Jahren kann abschlagsfrei mit 65 beginnen. Jeder Zu- oder Abschlag gilt lebenslang, nicht nur bis zur Regelaltersgrenze.

Entgeltpunkte: was ein Arbeitsjahr wert ist

Einen Entgeltpunkt bekommst du für ein Jahr mit genau dem Durchschnittsentgelt. Verdienst du die Hälfte, ist es ein halber Punkt; verdienst du das Doppelte, näherst du dich zwei, doch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt den genauen Wert (1,9521 Punkte im Jahr 2026). Deine Renteninformation nennt die bereits gesammelten Punkte – die eine Zahl, die kein Rechner für dich ermitteln kann.

45 Punkte sind das Referenz-Arbeitsleben, das die Rentenstatistik nennt. Das ist ein Maßstab und kein typisches Ergebnis: Studium, Teilzeitjahre, Arbeitslosigkeit und Zeit im Ausland lassen weniger übrig, Kindererziehungszeiten bringen welche hinzu.

Der Rentenwert: was ein Punkt zahlt

Ein Punkt zahlt einen festen Euro-Betrag pro Monat, und dieser Betrag wird jeden 1. Juli aus der Lohnentwicklung neu festgesetzt. Deshalb ist eine vor zwei Jahren genannte Rentenzahl weniger falsch als veraltet, und deshalb muss jede Schätzung sagen, welchen Juli sie verwendet.

Ost und West hatten getrennte Werte, bis sie am 1. Juli 2023 zusammengeführt wurden. Seither gilt ein Wert für das ganze Land.

Ein zulässiger vorzeitiger Beginn kann 0,3 Prozent je Monat kosten – lebenslang

Der Zugangsfaktor beträgt 1,0, wenn du zur Regelaltersgrenze beginnst. Bei einer Rentenart, die einen vorzeitigen Beginn mit Abschlägen erlaubt, kostet jeder frühere Monat 0,3 Prozent, und jeder spätere Monat bringt 0,5 Prozent. Anspruch und frühester Beginn hängen von der Rentenart und den anrechenbaren Versicherungsjahren ab.

Unterschätzt wird vor allem, dass der Abschlag dauerhaft ist. Er ist keine Brücke, die zur Regelaltersgrenze endet: eine vier Jahre früher begonnene Rente ist für den Rest des Lebens 14,4 Prozent kleiner, und spätere Erhöhungen setzen auf diesem kleineren Betrag auf.

Deine Regelaltersgrenze ist nicht zwangsläufig 67. Sie wurde in zwei Stufen angehoben, sodass alle zwischen 1947 und 1963 Geborenen irgendwo zwischen 65 und 66 Jahren und 10 Monaten liegen.

Die Rente für besonders langjährig Versicherte folgt einer eigenen Altersgrenze und kann nach 45 anrechenbaren Jahren abschlagsfrei beginnen. Für ab 1964 Geborene liegt dieses abschlagsfreie Alter bei 65; sie als zwei Jahre zu früh zu behandeln wäre falsch.

Brutto ist nicht das, was ankommt

Die Krankenversicherung geht mit dem halben allgemeinen Beitragssatz plus dem halben Zusatzbeitrag deiner Kasse ab, die andere Hälfte trägt die Rentenversicherung. Bei der Pflegeversicherung ist das anders, und das überrascht viele: diesen Beitrag zahlen Rentnerinnen und Rentner allein, ohne Anteil von irgendjemandem.

Auch Renten sind steuerpflichtig, aber nur zum Teil. Das Startjahr bestimmt den Besteuerungsanteil, aus dem im ersten vollen Rentenjahr ein steuerfreier Eurobetrag festgesetzt wird. Dieser Betrag bleibt danach grundsätzlich fest; spätere regelmäßige Erhöhungen sind voll steuerpflichtig. Die Steuer muss zusammen mit den übrigen Einkünften des Haushalts berechnet werden, nicht durch Multiplikation der Rente mit einem Durchschnittssatz.

Was die Schätzung nicht wissen kann

Zeiten für Kindererziehung, Ausbildung, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Arbeit im Ausland verändern die Entgeltpunkte, und keine davon lässt sich aus Geburtsjahr und Gehalt ableiten. Maßgeblich ist die Renteninformation, und nur die Deutsche Rentenversicherung kennt dein tatsächliches Konto.