Der Notgroschen Deutschland

Wie groß sollte ein Notgroschen sein?

Die Reihenfolge, in der die meisten Geldfragen zu nehmen sind: zuerst ein Puffer, dann die teuren Schulden, dann das Anlegen.

Kurzantwort

Halte drei Monate der nötigen Ausgaben auf einem täglich verfügbaren Konto, wenn dein Einkommen sicher ist, und eher sechs, wenn nicht, wenn du selbstständig bist oder ein Haushalt von einem Einkommen lebt. Zahle Schulden, die mehr kosten, als ein Sparkonto bringt, ab, bevor du anlegst.

Nötige Ausgaben, nicht das Einkommen

Zähle, was du jeden Monat nicht vermeiden kannst: Miete, Energie, Versicherungen, Essen, Wege, Kreditraten. Diese Zahl, nicht dein Gehalt, muss der Puffer tragen. Ein Monat bei 3.000 Euro netto kann 2.100 Euro nötige Ausgaben bedeuten.

Wie viele Monate

Als Anhaltspunkt: etwa drei Monate für Angestellte mit sicherem Job; vier bis sechs für eine Familie mit einem Einkommen oder hohen Fixkosten; sechs oder mehr für Selbstständige, deren Einkommen ohne Vorwarnung ausbleiben kann und hinter denen kein Arbeitslosengeld steht. Geplante Ausgaben – ein Auto, ein Urlaub – sind ein eigenes Sparziel, nicht der Notgroschen.

Wo er hingehört

Auf einem Konto, an das du am selben Tag kommst und dessen Wert sich nicht bewegt: ein Puffer auf dem Girokonto oder ein Tagesgeldkonto, geschützt durch die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Bank und Person. Nicht in Aktien: Der Moment, in dem du ihn brauchst, ist oft der, in dem die Kurse unten sind.

Schulden vor dem Sparen

Jeder Euro, der einen Dispo zu 12 Prozent tilgt, bringt 12 Prozent, sicher und nach Steuern; ein Sparkonto bringt einen Bruchteil davon. Sobald ein kleiner Puffer steht, kommen deshalb die teuren Schulden zuerst: Dispo, Kreditkarten, Ratenkredite. Eine günstige Baufinanzierung ist etwas anderes – dort ist der Vergleich die langfristige Rendite.