Kurzantwort
Für Bestandsverträge bis 2026 ist Riester ein privater Vorsorgevertrag, in den der Staat einzahlt. Du erhältst eine jährliche Zulage für dich und für jedes Kind, sofern du genug eigenes Geld einzahlst, und der Anbieter muss garantieren, dass alle Einzahlungen zu Rentenbeginn verfügbar sind. Die Auszahlung wird voll als Einkommen besteuert.Riester als Mechanismus Deutschland
Wie funktioniert die Riester-Rente eigentlich?
Diese Seite erklärt, wie die Konstruktion funktioniert. Sie wägt nicht für dich ab: ob ein konkreter Vertrag sich lohnt, hängt von seinen Kosten und deiner Steuersituation ab, und beides steht hier nicht.| Zulage | Pro Jahr | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundzulage | 175 Euro | Vier Prozent des Vorjahresbruttos einzahlen |
| Je Kind, geboren ab 2008 | 300 Euro | Solange Kindergeld gezahlt wird |
| Je Kind, geboren vor 2008 | 185 Euro | Solange Kindergeld gezahlt wird |
| Alles zusammen, gedeckelt bei | 2.100 Euro | Deine Beiträge und die Zulagen zusammen |
Zulagenbeträge nach dem Stand von 2026. Die vier Prozent beziehen sich auf das Bruttoeinkommen des Vorjahres, abzüglich der Zulagen selbst.
Bestandsverträge 2026 und das Nachfolgeprodukt 2027
Die Zulagen, die Beitragsregel und die Garantie unten beschreiben das bis 2026 geltende Riester-System. Der Bundesrat hat die Reform der privaten Altersvorsorge am 8. Mai 2026 gebilligt; neue Nachfolgeprodukte sollen ab Januar 2027 möglich sein. Bestehende Verträge bleiben geschützt; Inhaber können sie behalten oder einen Wechsel nach den beschlossenen Übergangsregeln prüfen.
Dieser gesetzliche Übergang ist keine Empfehlung zu wechseln. Garantien, Kosten, Folgen einer Kündigung, verbleibende Zulagen und steuerliche Wirkungen müssen Vertrag für Vertrag verglichen werden.
Die Zulagen und was sie freischaltet
Der Staat zahlt eine Grundzulage von 175 Euro pro Jahr in den Vertrag, dazu 300 Euro je Kind, das 2008 oder später geboren wurde, und 185 Euro je davor geborenem Kind, solange Kindergeld gezahlt wird.
Die Zulagen gibt es nur in voller Höhe, wenn du selbst vier Prozent deines Vorjahresbruttos einzahlst, wobei die Zulagen auf diese vier Prozent angerechnet werden. Zahlst du weniger, werden die Zulagen im selben Verhältnis gekürzt. Das Ganze ist gedeckelt: 2.100 Euro im Jahr einschließlich der Zulagen.
Die Garantie ist das prägende Merkmal
Zu Beginn der Auszahlung muss der Anbieter mindestens alles Eingezahlte bereithalten: deine Beiträge und jede Zulage. Nichts davon darf verloren gegangen sein.
Dieses Versprechen muss finanziert werden, und finanziert wird es, indem Anlagen gehalten werden, deren Wert kaum fallen kann. Das ist der Grund, warum Riester-Verträge typischerweise wenig Aktien halten, und der Mechanismus hinter dem meisten, was Menschen an ihrer Rendite enttäuscht. Die Garantie ist kein Mangel des Produkts, sie ist das Produkt.
Wie besteuert wird, beim Einzahlen und beim Auszahlen
Beiträge lassen sich bis zu denselben 2.100 Euro als Sonderausgaben ansetzen. Das Finanzamt vergleicht diesen Abzug automatisch mit den erhaltenen Zulagen und wendet an, was für dich günstiger ist: beides zusammen gibt es nicht.
Die Auszahlung wird voll als Einkommen versteuert. Das ist der Tausch, den die gesamte erste und zweite Schicht der deutschen Altersvorsorge macht: Entlastung heute, Steuer später.
Was du damit tun kannst und was nicht
Zu Beginn der Auszahlung darfst du bis zu 30 Prozent als Einmalbetrag entnehmen. Der Rest muss als lebenslange Rente fließen.
Fällst du aus der Förderberechtigung heraus, meist durch einen dauerhaften Umzug außerhalb von EU und EWR, müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Der Vertrag kann nach eigenen Regeln auch für selbst genutztes Wohneigentum verwendet werden.
Was diese Seite dir nicht sagt
Die Vertragskosten unterscheiden sich zwischen Anbietern enorm und bestimmen die Rendite eines Riester-Vertrags stärker als alles andere. Nichts hier kennt deinen Vertrag, deinen Grenzsteuersatz heute oder im Ruhestand, oder wie viele Zulagenjahre noch vor dir liegen.